Leben mit Auschwitz Beitrag
Geschichte Rezensionen

Andrea von Treuenfeld: Leben mit Auschwitz

14. Oktober 2023

Genre: Geschichte

Verlag: Gütersloher Verlagshaus

Erschienen: 20. Januar 2020

Seitenanzahl: 256 Seiten

Preis: 14,99 € Kindle | 20,00 € Gebundene Ausgabe

 

Leben mit Auschwitz

 

Inhalt von „Leben mit Auschwitz“

2020 jährt sich der Tag der Befreiung von Auschwitz zum 75. Mal. Seit 75 Jahren müssen Überlebende und deren Nachfahren, muss die Welt, müssen die Deutschen mit dem Zivilisationsbruch leben, den der Name „Auschwitz“ markiert. Das Buch folgt dieser Geschichte.

Die Überlebenden des Holocaust konnten über das Geschehene oft nicht sprechen. Doch die Traumata des Erlittenen wirkten auch im Stillen und gerade dort: Überlebende und ihre Kinder beschwiegen das Unfassbare, um einander zu schützen und dem Schrecken nicht oder nicht noch einmal begegnen zu müssen.

Anders die Generation der Enkel. Sie stellt den Großeltern nicht nur Fragen, auf die sie auch Antworten bekommt. Sie erlebt Auschwitz zudem als ein historisches Faktum, das in den 75 Jahren, die seit der Befreiung des Lagers vergangen sind, beschrieben und analysiert, interpretiert und bearbeitet wurde. Was aber heißt und bedeutet Auschwitz dann für diese Dritte Generation?

Dieses Buch versammelt Zeugnisse von Enkelinnen und Enkeln von Auschwitz-Überlebenden. Es sind oft berührende, manchmal erschütternde und immer nachdenkenswerte Berichte darüber, wie wirkmächtig das Geschehen von damals im Leben von Menschen auch heute noch ist. Auschwitz war nicht nur gestern, Auschwitz ist heute – immer noch und bleibend.

 

Meine Meinung

„Leben mit Auschwitz“ von Andrea von Treuenfeld ist nicht nur ein Buch, es ist ein Zeugnis, ein Mahnmal in Worten, das die Nachwirkungen des Holocausts durch die Generationen hindurch beleuchtet. Die Autorin präsentiert eine Sammlung von Geschichten, die von den Enkeln der Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz erzählt werden, und bietet damit eine einzigartige Perspektive auf die Auswirkungen dieses dunklen Kapitels der Geschichte auf die nachfolgenden Generationen.

Die Überlebenden selbst haben oft geschwiegen, ihre Traumata und Erinnerungen in sich getragen, um ihre Kinder und sich selbst zu schützen. Doch die Enkelgeneration, die im Mittelpunkt dieses Werkes steht, bricht dieses Schweigen. Sie stellt Fragen, sucht Antworten und versucht, die Last der Vergangenheit, die noch immer auf ihren Familien liegt, zu verstehen und zu verarbeiten.

Die Rezensionen und Meinungen zu diesem Buch sind vielfältig und reichen von tief bewegt bis hin zu kritisch. Einige Leser fanden, dass das Buch ihre Erwartungen nicht vollständig erfüllt hat, während andere es als ein wichtiges Werk gegen das Vergessen und für die Aufarbeitung der Vergangenheit loben.

Die Geschichten, die in „Leben mit Auschwitz“ erzählt werden, sind sowohl berührend als auch erschütternd. Sie zeigen, wie das Trauma des Holocausts durch die Generationen weitergegeben wurde und wie es das Leben der Enkelgeneration beeinflusst. Einige von ihnen engagieren sich nun aktiv in der Erinnerungsarbeit und setzen sich dafür ein, dass die Gräueltaten der Nazis nicht vergessen werden.

Die Autorin verwebt persönliche Schicksale mit historischen Fakten und schafft es, die Leser auf eine emotionale Reise mitzunehmen, die nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Gegenwart und Zukunft betrifft. Auschwitz ist nicht nur ein historisches Ereignis, es ist eine fortwährende Präsenz, die sich in den Leben der Nachkommen der Überlebenden manifestiert.

Einige Kritiker bemängeln, dass das Buch nicht die emotionale Tiefe erreicht, die sie bei einem so schweren Thema erwartet hätten. Andere hingegen betonen die Wichtigkeit der Aufarbeitung und Wertschätzung der Offenheit der Beteiligten, ihre Geschichten und Erfahrungen zu teilen.

„Leben mit Auschwitz“ ist somit nicht nur eine Lektüre für Geschichtsinteressierte, sondern auch ein Appell an die Gesellschaft, die Erinnerung an die Gräueltaten der Nazis wachzuhalten und sich aktiv gegen das Vergessen zu stellen. Es ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt und die Bedeutung der Erinnerungskultur in den Vordergrund stellt, um die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen und die Opfer zu ehren.

Insgesamt stellt „Leben mit Auschwitz“ eine wichtige Lektüre dar, die dazu beiträgt, die Erinnerung an die Schrecken des Holocausts lebendig zu halten und gleichzeitig einen Blick darauf wirft, wie die nachfolgenden Generationen mit dem Erbe dieses dunklen Kapitels der Geschichte umgehen. Es ist ein Buch über Erinnerung, Trauma, Aufarbeitung und letztendlich auch über die Hoffnung auf eine Zukunft, in der die Schrecken der Vergangenheit nicht vergessen, aber auch nicht wiederholt werden.

 


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