Play of hearts
Fantasy Rezensionen

Juli Dorne: Play of hearts

Inhalt von „Play of hearts“

Für die Erfüllung ihres innigsten Wunschs verspricht Evie einem unbekannten Jungen im magischen Spiegelkabinett ihrer Großmutter ihr Herz – und zahlt dafür einen hohen Preis: Seither bringen ihre Hände jedem, den sie berührt, den Tod. Erst als sie Jahre später dem charmanten Arthur begegnet, scheint sich ihr Wunsch nach jemandem, der sie liebt, endlich zu erfüllen.

Doch Evies Fluch macht es den beiden unmöglich zusammen zu sein. Und als sie der Versuchung, sich nahezukommen, nicht länger widerstehen können, zahlt Arthur einen zu hohen Preis für seine Liebe zu Evie. Der Einzige, der Evie und Arthur helfen kann, ist der unergründliche Rémi. Doch er hütet zahlreiche Geheimnisse – und sie alle könnten Evie das Herz brechen …

Meine Meinung

lay of Hearts“ hat mich schon mit seiner Grundidee gekriegt. Ein Mädchen, das sich nichts sehnlicher wünscht als Liebe – und dafür ihr Herz verspricht. Klingt märchenhaft. Wird aber ziemlich schnell düster. Denn Evies Wunsch hat einen Preis: Ihre Berührung bringt den Tod.

Allein dieser Gedanke hat mich nicht losgelassen. Wie lebt man, wenn Nähe zur Gefahr wird? Wenn Hautkontakt keine Zärtlichkeit, sondern ein Todesurteil ist? Evies Einsamkeit fühlt sich greifbar an. Diese Isolation, die Handschuhe, die Angst vor jeder unbedachten Bewegung – das hat mich emotional wirklich abgeholt.

Der Einstieg ist ruhig, fast melancholisch. Man taucht erst einmal tief in Evies Welt ein, in ihre Familie, in das unheimliche Erbe ihrer Großmutter. Das Tempo ist nicht rasant, sondern atmosphärisch. Wer Action von Seite eins erwartet, braucht Geduld. Aber genau dieses langsame Aufbauen hat für mich gut funktioniert – wie ein Vorhang, der sich Stück für Stück hebt.

Und dann kommt der Zirkus.

Der magische Zirkus ist für mich das Herzstück des Buches. Geheimnisse hinter purpurnen Zelten, Illusionen, Karten, Figuren mit eigenen Motiven – das hatte stellenweise eine ganz eigene, fast verträumt-düstere Energie. Man spürt: Hier ist nichts so, wie es scheint. Das mochte ich sehr.

Arthur hingegen blieb für mich etwas blass. Er ist der Auslöser, die große Sehnsucht, aber emotional konnte ich ihre intensive Fixierung auf ihn nicht immer komplett nachempfinden. Ihre Gefühle wirkten teilweise schneller gewachsen als mein Verständnis dafür. Und genau da kommt Rémi ins Spiel.

Rémi ist… kompliziert. Geheimnisvoll. Kühl. Und genau deshalb spannender. Zwischen ihm und Evie entsteht eine Dynamik, die sich nicht glatt oder märchenhaft anfühlt, sondern brüchig, vorsichtig, mit Untertönen. Diese Spannung war für mich deutlich greifbarer als die anfängliche Romanze mit Arthur.

Was das Buch besonders macht, ist die Atmosphäre. Es ist nicht einfach nur eine Romantasy. Es ist eine Geschichte über Einsamkeit, Schuld, Sehnsucht und die Frage, was man bereit ist zu opfern, um geliebt zu werden. Gleichzeitig hatte ich zwischendurch das Gefühl, dass sehr viele Elemente auf einmal eingeführt werden – Familiengeheimnisse, Magiesysteme, Zirkusregeln, Spiegelmotive. Manchmal wirkte das wie ein Kartenhaus, das noch nicht ganz stabil steht.

Das Ende hingegen? Stark. Deutlich mehr Drive, mehr Spannung, mehr „Moment mal, was passiert hier gerade?“. Und dieser Cliffhanger macht definitiv neugierig auf Band zwei.

Für mich ist „Play of Hearts“ ein atmosphärisches, märchenhaft-düsteres Buch mit einer starken Grundidee und viel emotionalem Potenzial. Nicht in allen Punkten rund, aber voller Gefühl, Geheimnisse und dieser bittersüßen Magie, die einen noch eine Weile begleitet.

Manchmal sind es eben nicht die perfekten Herzen, die am lautesten schlagen – sondern die gebrochenen.

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