Liebesromane New Adult Rezensionen

Vanessa Hußmann: Pieces of me

Inhalt von „Pieces of me“

Tara hat alles in ihrem Leben, was sie sich wünscht. Sie ist eine aufstrebende Jurastudentin, glücklich in ihrer Beziehung und hat ein liebevolles Verhältnis zu ihren Adoptiveltern. Mit ihren kulturellen Wurzeln in Nepal wollte sie sich nie auseinandersetzen und verdrängt alles, was mit diesem Land zu tun hat.

Ausgerechnet an ihrem Geburtstag erhält sie jedoch eine Nachricht, die sie wie ein Schock trifft. Ein Fremder namens Kiran meldet sich mit den Worten: „Ich bin dein Bruder.“ Mit tausend Fragen im Gepäck reist Tara nach Kathmandu. Dort lernt sie ihre verloren geglaubte Familie kennen. Und sie trifft auf Ravi, der sich immer tiefer in ihr Herz schleicht.

Doch je vertrauter Tara mit ihrem Geburtsland wird, desto mehr entfremdet sie sich von ihrem alten Ich. Wohin und zu wem gehört sie wirklich?

Meine Meinung

Es gibt Bücher, bei denen man vorher denkt: New Adult, Slow Burn, kennt man. Und dann schlägt man „Pieces of Me“ auf und merkt schnell, dass diese Geschichte so viel mehr ist. Vanessa Hußmann erzählt hier keine gewöhnliche Romanze, sondern eine Geschichte über Identität, Zugehörigkeit und den Mut, sich mit Fragen auseinanderzusetzen, die man jahrelang verdrängt hat.

Tara funktioniert in ihrem Münchner Leben. Jurastudium, feste Beziehung, liebevolle Adoptiveltern. Alles läuft nach Plan. Dass sie als Kind in Nepal geboren wurde, spielt für sie keine Rolle, bis eine Nachricht auf Social Media alles ins Wanken bringt. Die Entscheidung, nach Kathmandu zu reisen und ihren leiblichen Bruder Kiran zu treffen, ist der Startschuss für eine Reise, die weit über eine bloße Ortsveränderung hinausgeht.

Was mich besonders beeindruckt hat: Die Liebesgeschichte mit Ravi ist da, sie ist zart und sie ist schön, aber sie drängt sich nie in den Vordergrund. Im Kern geht es um Taras Verhältnis zu sich selbst, um die Frage, ob man zwei Heimaten haben kann, ohne sich für eine entscheiden zu müssen. Diese Gewichtung hat mich positiv überrascht und hebt das Buch deutlich aus dem Genre heraus.

Hußmanns Beschreibungen von Nepal sind dabei so lebendig, dass man das Gefühl hat, selbst durch die Straßen Kathmandus zu laufen. Die Gerüche, die Farben, die Menschen, alles wirkt greifbar und authentisch. Dass die Geschichte auf einer wahren Begebenheit basiert, spürt man auf jeder Seite. Hier hat niemand ein exotisches Setting als hübsche Kulisse benutzt, sondern mit ehrlichem Interesse und Respekt über ein Land und seine Kultur geschrieben.

Ein Buch, das berührt, ohne kitschig zu werden. Absolute Empfehlung.

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