Psychothriller Rezensionen

Megan Miranda: Sieben Stunden

Inhalt von „Sieben Stunden“

10 Jahre ist es her, dass in Tennessee zwei Schulbusse in eine Schlucht stürzten. Nur neun Jugendliche konnten sich retten. Als sich eine von ihnen wenig später das Leben nimmt, schließen die übrigen einen Pakt: Jedes Jahr wollen sie sich treffen, um jener schrecklichen Nacht zu gedenken.

Um einander zu schützen.

Um sich gegenseitig in Schach zu halten.

Nun, am zehnten Jahrestag, der Schock: Ein weiterer Überlebender ist tot – seine Leiche wurde in eben dem Strandhaus in den Outer Banks gefunden, das ihnen bei ihren Treffen zum Zufluchtsort geworden ist. Der Rückhalt in der Gruppe bröckelt. Dann droht ein aufkommender Sturm, das Haus von der Außenwelt abzuschneiden. Können sie noch darauf vertrauen, dass sie einander schützen werden?

Meine Meinung

Megan Miranda nimmt sich in „Sieben Stunden“ eine Prämisse vor, die sofort zündet: Vor zehn Jahren stürzen zwei Schulbusse in eine Schlucht in Tennessee. Neun Jugendliche überleben. Als sich kurz darauf eine von ihnen das Leben nimmt, schließen die übrigen acht einen Pakt. Jedes Jahr treffen sie sich in einem abgelegenen Strandhaus in den Outer Banks. Nicht aus Freundschaft, sondern aus Notwendigkeit. Um sich zu erinnern. Um sich gegenseitig im Blick zu behalten. Und um sicherzustellen, dass bestimmte Geheimnisse begraben bleiben.

Dann, am zehnten Jahrestag, liegt einer von ihnen tot im Haus. Und ein Sturm schneidet die Gruppe von der Außenwelt ab.

Was Miranda hier aufbaut, ist im Kern ein klassisches Kammerspiel: eine Handvoll Menschen, ein isolierter Ort, wachsendes Misstrauen. Die Spannung entsteht weniger durch Action als durch die langsame Enthüllung dessen, was damals wirklich in der Schlucht passiert ist. Miranda erzählt auf zwei Zeitebenen, wobei die Vergangenheit in umgekehrter Chronologie aufgerollt wird. Das ist clever konstruiert und sorgt dafür, dass sich das Puzzle Stück für Stück zusammensetzt, jede neue Information verschiebt das Bild, das man sich von den Figuren gemacht hat.

Cassidy als Erzählerin der Gegenwart hat mich überzeugt. Ihre Schuldgefühle, ihre Angst vor den jährlichen Treffen, ihr innerer Konflikt zwischen Loyalität und Selbstschutz, das wirkt authentisch und nachvollziehbar. Auch der Schreibstil ist gewohnt flüssig und atmosphärisch. Wenn der Sturm aufzieht und das Strandhaus immer bedrohlicher wirkt, spürt man die Beklemmung auf jeder Seite.

Ein kleiner Abzug: Man braucht Geduld. Die ersten 100 bis 150 Seiten sind eher Aufbau als Spannung, und die vielen Figuren machen es anfangs schwer, den Überblick zu behalten. Wer aber durchhält, wird mit einem Ende belohnt, das die losen Fäden geschickt zusammenführt.

You Might Also Like...

No Comments

    Leave a Reply