Let's make a scene
Liebesromane Rezensionen

Laura Wood: Let’s make a scene

Inhalt von „Let’s make a scene“

Vor zwölf Jahren spielten Cynthie und Jack in einem Regency-Drama ihre ersten Rollen. Am Set flogen die Fetzen, aber vor den Kameras war ihre Chemie so prickelnd, dass sie auf der Promotour für den Film eine Beziehung vorspielen mussten. Jetzt ist Cynthie eine Oscar-nominierte Schauspielerin und Jack der Star in einem Vampirdrama. Doch ihr Film von damals hat Kultstatus erreicht. Die Fans wünschen sich eine Fortsetzung und das Studio möchte diesen Wunsch erfüllen.

Für zwölf Wochen treffen sich Cast und Crew von damals wieder, begleitet von einem Dokumentationsteam. Cynthie und Jack sind nicht begeistert. Doch was, wenn dieses Mal echte Gefühle im Spiel sind?

Meine Meinung

Manchmal liebe ich Bücher, bei denen ich schon nach dem Klappentext weiß, was mich erwartet. Fake Dating. Second Chance. Filmset. Alte Wunden. Und trotzdem – oder vielleicht genau deshalb – wollte ich „Let’s Make a Scene“ unbedingt lesen. Und ja, ich hatte eine richtig gute Zeit damit.

Cynthie und Jack verbindet eine Vergangenheit, die alles andere als rosig war. Vor der Kamera knisterte es, hinter den Kulissen knallte es. Und dann dieses erzwungene Fake-Dating für die Promo. Dreizehn Jahre später treffen sie wieder aufeinander – erfolgreicher, erwachsener, aber offensichtlich nicht wirklich über das hinweg, was damals passiert ist.

Was mir besonders gefallen hat: Die Geschichte startet nicht romantisch. Kein verträumtes „Ach, wie schön, dich wiederzusehen“. Sondern spürbare Distanz. Sticheleien. Verletzter Stolz. Man merkt, da liegt einiges unter der Oberfläche. Und genau dieses langsame Aufdröseln der Vergangenheit hat für mich gut funktioniert. Die Rückblicke sind klug gesetzt, ohne die Gegenwart zu überlagern.

Die Chemie zwischen den beiden? Definitiv da. Vor allem in den Dialogen. Dieses leicht bissige Hin und Her, das irgendwann kippt und weicher wird – das mochte ich sehr. Es fühlt sich nicht wie ein plötzlicher Schalter an, sondern eher wie zwei Menschen, die endlich aufhören, sich hinter ihrer Version der Geschichte zu verstecken.

Das Hollywood-Setting ist dabei mehr als nur Glitzer. Laura Wood zeigt auch die Schattenseiten: Imagepflege, Erwartungsdruck, Kontrolle über die eigene Geschichte. Gerade Cynthies Perspektive fand ich hier stark. Sie wirkt nach außen souverän, aber innerlich kämpft sie mit Unsicherheiten und alten Verletzungen. Jack ist ebenfalls mehr als nur der charmante Leading Man. Hinter seiner Fassade steckt einiges an Selbstzweifeln.

Ganz ehrlich: Das Buch ist kein revolutionärer Plot-Twist-Meister. Man ahnt, wohin die Reise geht. Und mit über 500 Seiten hätte man an ein paar Stellen durchaus straffen können. Manche Missverständnisse hätte ich den beiden gern schneller ausgeredet. Aber gleichzeitig gehört dieses „Redet doch einfach miteinander!“ ja auch ein bisschen zum RomCom-Erlebnis dazu.

Für mich war „Let’s Make a Scene“ wie ein guter 2000er-Filmabend mit Popcorn: charmant, emotional, mit genau der richtigen Portion Drama und Humor. Kein literarischer Mindblow, sondern eine warmherzige Geschichte über verpasste Chancen, öffentliche Masken und die Frage, ob man beim zweiten Versuch mutiger sein kann als beim ersten.

Und vielleicht ist das ja die schönste Idee daran: Manchmal braucht es Abstand, Erfolg, ein bisschen Demut – und ein Kamerateam im Nacken – damit zwei Menschen endlich ehrlich zueinander werden.

No Comments

    Leave a Reply