Rezensionen Young Adult

Jana Hoch: The Ruby Circle

Inhalt von „The Ruby Circle“

Als Louisa eines der seltenen Stipendien für die Highclare Academy erhält, erhofft sie sich einen Neuanfang. Nicht nur, weil sie als Studentin automatisch zum elitären Kreis des Ruby Circles zählt und ihr jeder Wunsch von den Augen abgelesen wird. Sondern auch, weil sie glaubt, dort endlich sicher vor den Lügen zu sein, die ihr Leben in einen Albtraum verwandelt haben.

Doch all der Luxus trügt, denn hinter den Mauern der Academy brodelt es und jeder hat ein Geheimnis. Bald weiß Louisa nicht mehr, wem sie vertrauen kann. Lediglich der unnahbare Theo, der sie durch die Arbeit mit seinen Pferden beeindruckt, scheint sich vom Circle zu distanzieren. Obwohl Louisa spürt, dass es klüger wäre, sich von ihm fernzuhalten, kommen sich die beiden näher. Und schließlich muss sie sich die Frage stellen: Sind ihre Gefühle stark genug, um gegen Theos Geheimnisse zu bestehen?

Meine Meinung

„The Ruby Circle“ von Jana Hoch klang auf dem Papier genau nach meinem Geschmack: ein Luxusinternat, ein elitärer Geheimbund, dunkle Geheimnisse und eine Prise Romance. Und in vielen Punkten liefert das Buch auch genau das. Trotzdem hatte ich an einigen Stellen das Gefühl, dass noch mehr drin gewesen wäre.

Das Setting der Highclare Academy ist ohne Frage gelungen. Die drei Häuser, der Reitbetrieb, das ganze Drumherum einer Eliteschule, das wird atmosphärisch und detailliert beschrieben. Man fühlt sich sofort in diese Welt versetzt und bekommt ein gutes Gespür dafür, wie das Leben an dieser besonderen Schule funktioniert.

Louisa als Protagonistin ist sympathisch und man versteht ihre Motivation, an der Academy einen Neuanfang zu wagen. Allerdings wirkt sie gerade in der ersten Hälfte des Buches manchmal etwas passiv. Sie lässt vieles mit sich geschehen, reagiert mehr als sie agiert, und wirkt dadurch stellenweise jünger als sie eigentlich sein sollte. Erst gegen Ende, als die Handlung richtig Fahrt aufnimmt und der mysteriöse „Master“ ins Spiel kommt, zeigt sie mehr Eigeninitiative.

Das bringt mich zum zweiten Punkt: Der Spannungsaufbau braucht seine Zeit. Die ersten 200 Seiten konzentrieren sich stark auf Louisas Einleben an der Academy, die Pferdethematik und die Annäherung an Theo. Das ist nicht schlecht geschrieben, aber für alle, die sich vom Klappentext „Dark Academia“ erhoffen, könnte es anfangs etwas harmloser ausfallen als erwartet. Dafür zieht das letzte Drittel dann ordentlich an, und die Enthüllungen am Ende machen richtig Lust auf die Fortsetzung.

Jana Hochs Schreibstil ist eine klare Stärke. Flüssig, leicht zu lesen und mit einem guten Gespür für Dialoge. Auch die Nebenfiguren, allen voran Atlas, bringen eine willkommene Dynamik in die Geschichte. Insgesamt ein solider Auftakt, der sein volles Potenzial vermutlich in den Folgebänden entfalten wird.

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