Inhalt von „Die Ehefrau“
Sylvia Robinson wird im Haus der Barnetts als private Pflegekraft eingestellt. Nach einem Unfall benötigt Victoria Barnett rund um die Uhr Betreuung. Sie kann weder gehen noch sprechen und ist an ihr Bett im obersten Stockwerk des Hauses gefesselt. Daher hat ihr Mann Sylvia als Unterstützung hinzugeholt.
Doch schon bald hat Sylvia das Gefühl, dass Victoria nicht so hilflos ist, wie sie scheint. Dann entdeckt sie Victorias Tagebuch versteckt in einer Kommode. Und was sie darin liest, zieht ihr den Boden unter den Füßen weg.
Meine Meinung
Als Fan von Freida McFaddens bisherigen Thrillern habe ich mich auf „Die Ehefrau“ gefreut. Und ja, das Buch ist spannend, es liest sich schnell und der Schreibstil ist gewohnt flüssig. Trotzdem muss ich sagen, dass mich dieses Mal ein gewisses Déjà vu Gefühl begleitet hat.
Die Grundkonstellation kennt man, wenn man McFaddens frühere Bücher gelesen hat: Eine junge Frau in einer finanziellen Notlage gerät in einen Haushalt, in dem nichts ist, wie es scheint. Ein attraktiver Mann, eine scheinbar hilflose Frau, ein abgelegenes Haus, Geheimnisse hinter verschlossenen Türen. Das funktioniert handwerklich immer noch, aber der Überraschungseffekt nutzt sich ab, wenn man das Schema bereits aus mehreren Vorgängerbüchern kennt.
Sylvia als Protagonistin hat mich diesmal nicht vollständig überzeugt. An manchen Stellen reagiert sie so naiv auf offensichtliche Warnsignale, dass ich innerlich die Augen verdrehen musste. Wenn der Leser drei Schritte weiter ist als die Hauptfigur, geht ein Stück Spannung verloren, weil man weniger miträtselt und mehr darauf wartet, dass die Figur endlich aufholt.
Positiv hervorzuheben ist nach wie vor McFaddens Fähigkeit, Wendungen zu setzen. Auch wenn ich bei diesem Buch einiges früher geahnt habe als bei ihren früheren Werken, gab es am Ende dennoch Momente, die mich überrascht haben. Außerdem muss man ihr zugestehen, dass sie ein untrügliches Gespür dafür hat, wie man Leser bei der Stange hält. Die kurzen Kapitel und das konstante Tempo machen es fast unmöglich, das Buch wegzulegen.
Für McFadden Neulinge ist „Die Ehefrau“ sicher ein spannender Einstieg. Wer allerdings schon mehrere ihrer Bücher gelesen hat, wird hier wenig Neues finden und sollte die Erwartungen entsprechend justieren. Handwerklich gut gemacht, inhaltlich aber nicht ihr stärkstes Werk.







No Comments