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Tess Woods: Ein Hotel in Venedig

Inhalt von „Ein Hotel in Venedig“

Vor der magischen Kulisse Venedigs kreuzen sich die Schicksale von vier Frauen …Vom Il Cuore, einem kleinen Hotel in Venedig, geht ein besonderer Zauber aus – nicht zuletzt wegen seiner Besitzerin, der berühmten Köchin Signora Loretta Bianchi. Ihr Ruf hat auch die junge Sophie angelockt, die sich erst in Lorettas Rezepte und dann in ihren Sohn Rocco verliebt.

Doch was verbirgt er hinter seiner fröhlichen Fassade? Und ahnt er, dass seine Mutter sich gerade zwischen ihrer ersten großen Liebe und ihrem Ehemann entscheiden muss?

Auch Elena aus der Suite im ersten Stock hat ein Geheimnis. Sie ist mit ihrem Mann nach Venedig zurückgekehrt, um ihr Leben in den Griff zu bekommen. Doch dazu braucht sie Hilfe. Die findet sie ausgerechnet bei Gayle, einer älteren amerikanischen Touristin auf Italienurlaub. Eines ist sicher: Die Zeit im Il Cuore verändert das Schicksal der vier Frauen für immer …

Meine Meinung

Tess Woods hat mit „Ein Hotel in Venedig“ einen Roman geschrieben, der sich anfühlt wie ein Kurzurlaub in der Lagunenstadt, nur dass man am Ende nicht nur Fernweh, sondern auch einen Kloß im Hals hat. Im Hotel Il Cuore treffen vier Frauen aufeinander, die unterschiedlicher kaum sein könnten, und doch verbindet sie alle dasselbe: Jede von ihnen trägt ein Geheimnis mit sich, das dringend ans Licht will.

Da ist Loretta, die legendäre Köchin und Seele des Hotels, die plötzlich zwischen ihrer großen Jugendliebe und ihrem Ehemann steht. Sophie, die junge australische Food Journalistin, die eigentlich nur über Lorettas Küche schreiben will und sich dann in deren Sohn Rocco verliebt. Elena, die nach Venedig zurückkehrt und deren scheinbar perfekte Ehe eine erschreckende Fassade ist. Und Gayle, die amerikanische Touristin, deren Italienreise eine ungeahnte Wendung nimmt.

Was mich an diesem Buch so gepackt hat: Woods erzählt aus der Perspektive aller vier Frauen, und jede Stimme klingt anders, jede hat ihre eigene Tonlage. Durch die wechselnden Blickwinkel erfährt man als Leser manchmal mehr über eine Figur, als diese selbst über sich weiß. Das erzeugt eine Spannung, die sich langsam aufbaut und dann im letzten Drittel regelrecht explodiert.

Venedig selbst wird dabei fast zur fünften Hauptfigur. Die Beschreibungen der Stadt gehen weit über das Touristische hinaus. Woods zeigt auch die bedrohte Seite Venedigs, die steigenden Wasserstände, die Probleme mit dem Massentourismus, und verwebt das geschickt mit den persönlichen Kämpfen ihrer Figuren. Dazu kommen die Essensbeschreibungen, die allein schon das Buch lesenswert machen.

Ein Roman, der warm und herzzerreißend zugleich ist. Genau die richtige Lektüre für alle, die Geschichten über starke Frauen und die Kraft unerwarteter Freundschaften lieben.

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