Taming 7
Rezensionen Young Adult

Chloe Walsh: Taming 7

Inhalt von „Taming 7“

Sie ist ein Sonnenschein. Er ist der liebenswerte Klassenclown. Aber Gewitterwolken ziehen auf.

Tommens frechster Junge, Gerard „Gibsie“ Gibson, war schon immer ein Komiker. Aber die meisten Menschen erkennen nicht, was sich hinter seiner Fassade verbirgt. Dämonen aus der Vergangenheit suchen ihn heim und er nutzt seinen Humor, um damit klarzukommen. Doch sein wahres Ich verbirgt er so vor der Welt.

Claire Biggs, der Inbegriff von Lebensfreude, hat Gibsie, den Freund ihres Bruders und ihren Lieblingsnachbarn, schon immer geliebt. Sie hat immer eine Seite an ihm gesehen, die niemand sonst zu bemerken schien. Sie ist fest entschlossen, ihren wilden unbändigen besten Freund aus Kindertagen zu besänftigen. Als Grenzen überschritten werden, wird unklar, ob die Freundschaft zwischen Gibsie und Claire bestehen wird. Wird mehr daraus werden, oder wird ihr enges Verhältnis im Sand verlaufen?

Meine Meinung

„Taming 7“ war für mich kein leichtes Buch. Nicht, weil es sich schwer lesen würde – Chloe Walsh schreibt wie immer flüssig, nahbar und so emotional, dass man komplett eintaucht. Sondern weil diese Geschichte weh tut. Richtig weh.

Gibsie war in den vorherigen Bänden immer der Sonnenschein mit dem großen Mundwerk. Der Typ, der jeden Raum heller macht. Der loyale Freund. Der Spaßvogel. Und genau deshalb trifft es einen doppelt, wenn man endlich hinter diese Fassade blickt. Was Chloe Walsh hier offenlegt, ist düster, erschütternd und bleibt hängen. Man versteht plötzlich so vieles – seine Witze, seine Flucht nach vorn, seine scheinbare Leichtigkeit. Humor als Schutzschild. Lachen als Überlebensstrategie.

Für mich war dieses Buch ganz klar Gibsies Geschichte. Claire ist wichtig, keine Frage. Sie ist Herz, Wärme, Loyalität in Person. Sie sieht ihn. Schon immer. Und ihre Verbindung – dieses „beste Freunde seit Kindertagen“-Band – hat etwas unglaublich Intimes. Da ist Vertrauen, da ist Vertrautheit, da ist dieses Gefühl von Zuhause. Aber die romantische Entwicklung zwischen ihnen konnte mich nicht immer komplett abholen. Vieles fühlte sich eher wie ein vorsichtiges Kreisen umeinander an, während im Hintergrund emotionale Explosionen stattfanden.

Was mich allerdings völlig gepackt hat, war die Art, wie Trauma hier dargestellt wird. Nicht dramatisch um der Dramatik willen. Sondern roh. Unbequem. Teilweise kaum auszuhalten. Es gibt Szenen, die einem die Luft abschnüren. Und trotzdem schafft Walsh es, immer wieder kleine Lichtmomente einzubauen – Freundschaft, Zusammenhalt, diese chaotische, liebenswerte Dynamik der Clique. Genau das macht die „Boys of Tommen“-Reihe für mich so besonders: Dieses Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein.

Man merkt aber auch, dass hier viel vorbereitet wird für kommende Geschichten. Manche Nebenstränge nehmen ordentlich Raum ein, was ich einerseits geliebt habe – ich hänge emotional einfach an dieser Gruppe – andererseits hätte ich mir für Claire und Gibsie stellenweise mehr Tiefe, mehr ruhige, intime Momente gewünscht, in denen ihre Beziehung wirklich wachsen darf.

Und trotzdem: Dieses Buch hat mich nicht losgelassen. Gibsie hat mich nicht losgelassen. Seine Verletzlichkeit, seine Schuldgefühle, seine innere Zerrissenheit – das geht unter die Haut. Man möchte ihn schütteln und gleichzeitig in eine Decke wickeln.

„Taming 7“ ist keine leichte Liebesgeschichte. Es ist eine Geschichte über Masken, über verdrängte Wahrheit und darüber, wie schwer es ist, sich selbst zu erlauben, geliebt zu werden. Emotional intensiv, teilweise zerstörerisch, aber auch voller Hoffnungsschimmer.

Kein Band, der sich wie pures Wohlfühlkino anfühlt. Eher wie ein Gewitter mit kurzen Sonnenstrahlen dazwischen. Und manchmal sind genau diese Geschichten die, die am längsten nachhallen.

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