Inhalt von „Der Freund“
Sydney Shaw hatte immer Pech mit ihren Dates. Bis sie Tom traf. Tom scheint perfekt: Er ist charmant, attraktiv und arbeitet als Arzt in einem Krankenhaus. Dann erschüttert der brutale Mord an einer Frau die Stadt. Die Polizei tippt auf einen Serientäter, der sich mit seinen Opfern zu einem Date verabredet, bevor er zuschlägt. Sydney sollte sich sicher fühlen. Schließlich hat sie Tom. Warum hat sie nur das Gefühl, dass mit ihm etwas nicht stimmt? Jemand beobachtet sie auf Schritt und Tritt. Sie muss der Wahrheit schnell auf die Spur kommen – sonst könnte sie das nächste Opfer sein …
Meine Meinung
„Der Freund“ startet mit einem Szenario, das sofort triggert: schlechtes Dating-Glück, dann endlich der scheinbar perfekte Mann – und parallel eine Mordserie, die erschreckend gut dazu passt. Freida McFadden weiß genau, welche Knöpfe sie drücken muss, um ein ungutes Gefühl unter die Haut zu schieben. Dieses leise, nagende „Hier stimmt doch was nicht“ begleitet einen von den ersten Seiten an.
Ich war schnell drin in der Geschichte. Der Schreibstil ist wie immer sehr zugänglich, die Kapitel kurz, der Lesefluss extrem hoch. Man fliegt durch die Seiten, weil man ständig denkt: Noch ein Kapitel. Nur noch eins. Besonders gut gefallen hat mir die permanente Unsicherheit. Niemand wirkt wirklich vertrauenswürdig, und genau das erzeugt diese unterschwellige Paranoia, die einen als Leser immer weiter antreibt.
Mit Sydney hatte ich allerdings ein kleines Problem. Ihre Entscheidungen waren für mich nicht immer nachvollziehbar, vor allem in Momenten, in denen die Alarmglocken eigentlich ohrenbetäubend laut sein müssten. Teilweise wirkte sie mir zu naiv, was die Bedrohung angeht, die sich immer deutlicher abzeichnet. Das hat für mich etwas Spannung gekostet, weil ich innerlich öfter dachte: Bitte tu das jetzt nicht.
Die Story selbst lebt stark vom Miträtseln. McFadden streut Hinweise, legt falsche Fährten und spielt bewusst mit Erwartungen. Ich war mir zwischendurch ziemlich sicher, den Durchblick zu haben – was sich später als trügerisch herausstellte. Der Plot Twist am Ende kam überraschend, fühlte sich für mich aber nicht hundertprozentig rund an. Nicht schlecht, aber ein bisschen zu konstruiert, um wirklich nachzuhallen.
Trotzdem: „Der Freund“ ist ein Thriller, der sich extrem schnell liest und genau weiß, wie man Spannung aufbaut. Für mich gehört er nicht zu den stärksten Büchern der Autorin, aber auch definitiv nicht zu den schwächsten. Wer psychologische Thriller mit Dating-Thematik, Misstrauen und düsterer Atmosphäre mag, bekommt hier solide Unterhaltung mit Sogwirkung.
Kein absolutes Highlight für mich – aber ein Buch, das man kaum aus der Hand legt, solange man noch nicht weiß, wem man eigentlich trauen kann. Und genau das ist ja manchmal schon Nervenkitzel genug.






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